Ein Traum in weiß – Tagesausflug nach Bocairent

Im Endeffekt habe ich mich also heute doch vor die Tür getraut. Wir haben unseren Besucher morgens am Flughafen abgefangen und ihn direkt mit einem Spontantrip nach Bocairent überrascht.

Seit einiger Zeit folge ich spanischen bzw. überwiegend valencianischen Instagramer*innen, die mich immer wieder mit Impressionen, Infos und neuen Domizilen füttern. Naja die Bilder aus Bocairent haben mich definitiv gecatched, so viel ist klar! Ich wollte mir unbedingt ein eigenes Bild von dem pittoresk mittelalterlichen Örtchen machen, bei dem es so scheint als sei die Zeit stehen geblieben. Deshalb sollte der Ort auf meiner Bucketlist nicht fehlen.


Anreise

Von Valencia aus sind es gut 80 Kilometer und 1 1/2 Stunden Fahrt nach Bocairent. Die Strecke kennen wir gefühlt schon in- und auswendig. Es geht eigentlich immer nur südlich über die A7 an Xátiva und Ontinyent vorbei.

In Ontinyent haben wir kurz Halt gemacht, um uns mit Proviant zu versorgen. Bei Aldi gab es allerlei vegane Leckereien, wie Weingummi-Erdbeeren, Energieballs, Bananen, Avocado und Baguette, Rosquilletas mit Körnern und Oliven. Natürlich haben wir es übertrieben. Wir wussten ja nicht, ob wir vor Ort irgendwo was veganes bekommen würden. Denn Bocairent ist nur eine kleine Gemeinde mit etwa 4.350 Einwohner*innen.


Pou Clar

Unsere ausgiebige Frühstückspause haben wir in Pou Clar de Ontinyent eingelegt, wo ich zum ersten Mal in diesem Jahr Schnee unter den Füßen hatte. Im Nordosten des Landes hatte es in den letzten Tagen nicht nur gestürmt, sondern auch vielerorts geschneit. Der Wahnsinn!
(Jetzt ist es also auch im Kindergarten gar nicht mehr so abstrakt, wenn wir im Winter von Schneeflocken oder Schlittenfahren sprechen und Schneekugeln basteln).

Pou Clar ist ein wunderbarer Ort zum Picknicken, Wandern und Verweilen. Entlang des Flussbettes gibt es unzählige Wanderrouten, die über die Berge bis nach Bocairent führen. Beim nächsten Besuch werden wir uns definitiv noch ein bisschen mehr Zeit nehmen und die Gegend genauer erkunden.

Nachdem wir unseren Hunger gestillt und einen kleinen Erkundungsspaziergang gemacht hatten, fuhren wir direkt weiter nach Bocairent, was nur wenige Kilometer von Pou Clar entfernt ist.


Bocairent

Dort angekommen versprühte der Ort gleich eine gewisse Magie. Die mit schneebedeckten Felder und Dächer und der milchig gräuliche Nebel setzten einen Schleier über das kleine Dorf. Erst als wir näher kamen, verzog sich der Nebel allmählich und wir tauchten ein in den mittelalterlichen Ortskern.

Das kleine Dorf wirkte wie eine Geisterstadt. Nur vereinzelt lief mal hier und da ein Mensch rum. Ich ging davon aus, dass das Dorf vom Tourismus überrannt wird, aber selbst auf der Ruta Mágica war kaum eine Menschenseele zu erblicken. Gut, vielleicht trugen das Wetter und Sturmtief Gloria dazu bei, dass aktuell niemand verreisen mag, aber hier in Bocairent blieben wir zumindest vom Regen verschont. Die diesige Stimmung gekoppelt mit der Leere und Stille in Bocairent wirkten so entschleunigend und fast schon meditativ auf mich.

In Bocairent selbst sind wir auf der Ruta Mágica durch die alten Gassen des mittelalterlichen Stadtkerns geschlendert. Da die Gemeinde an einem Berg gelegen ist, konnte man unerwartet viel auf verschiedenen Höhen entdecken. Der höchste Punkt des Ortes ist der Kirchturm der Iglesia de Nuestra Señora de la Asunción, der genau zentral und am höchsten Punkt des Berges liegt und von allen Perspektiven aus gut sichtbar ist.


Sehenswürdigkeiten

  • Barrio Medieval
  • Les Covetes dels Moros
  • Iglesia de Nuestra Señora de la Asunción
  • Plaza de Toros
  • Ermita del Santo Cristo de Bocairent – Camino del Cid

Les Covetes dels Moros

Wissenswertes

Am unteren Ende der Gebirgskette Sierra Mariola sticht ein Höhlenkomplex hervor. Les Covetes dels Moros ist ein Höhlenlabyrinth, das zu Zeiten der Mauren in die Felswand geschlagen worden ist. Die Höhlen wurden 1932 zum Nationaldenkmal von Spanien erklärt. Der Ursprung dieser Höhlen ist immer noch nicht genau geklärt, obwohl man festgestellt hat, dass es sich um einen Kornspeicher- und Lagerkomplex aus der Zeit des Al-Andalus handelt, der von den Bauerngemeinschaften berberischer Herkunft genutzt wurde, die sich zwischen dem X. und XI Jahrhundert in dieser Region angesiedelt hatten.

(Quelle: de.comunitatvalenciana.com)


Camino del Cid y la Ermita de Santo Cristo

Von dem Altstadtkern aus haben wir die Ermita de Santo Cristo entdeckt. Das konnten wir uns nicht nehmen lassen. Für ein erfolgreiches Ende mussten wir den Berg erklimmt haben und den nassen und rutschigen Camino del Cid bestreiten. Auf dem Weg sind wir vorbei an kleinen Gedenkstätten (siehe Bild) auf denen Jesus gekreuzigt wurde und dreimal heruntergefallen sein soll, bis er den Berg erklommen hatte. Poor Jesus! Aber nachdem wir dort oben angekommen waren, konnten wir zumindest ansatzweise nachvollziehen, wie er sich gefühlt haben muss, als er endlich den Berg bestritt und schließlich in den Himmel kam.

Ein krönender Abschluss und ein extrem empfehlenswertes Reiseziel!
Bocairent es war mir eine Freude. Bis bald.

Tagesausflug: Xàtiva y Cullera

Mit Urlaubstagen wird man in diesem Land nicht gerade überhäuft. Deshalb sollte ein Tag effektiv genutzt werden, sobald man frei hat.

Natürlich bin ich – dank Auto vor Ort – schon verhältnismäßig gut rumgekommen in Valencia und Umgebung. Aber auf das einstündig entfernte Xàtiva mit der sehr gut erhaltenen Burg bin ich zuvor noch nicht gestoßen.

Und so sollte es auch bleiben. Denn heute bleiben die Tore geschlossen. Ja Freunde, danke für nichts. Ich hätte mir wirklich wirklich gerne eure Burg angeguckt. Warum seid ihr nicht einfach so flexibel und veröffentlicht eure aktuellen Öffnungszeiten auch im Netz?

Ich muss schon sagen, allein der Weg nach oben hin zur Burg ist schon wirklich beeindruckend und sehenswert. Links und recht ist alles grün und dicht bewachsen. Hier im Wald leben kleine schwarze Babykätzchen, die sich sicher auch bei mir zuhause einleben würden. Man kann die Stadtmauer erklimmen und von dort aus runter auf die Stadt blicken. Die Mauer steht der chinesischen Mauer längenmäßig in nichts nach. Sie ist sicher mindestens genau so lang.

Naja trotzdem hätte ich die von außen schon sehr schöne Burg gern auch von Nahem erlebt und hinter die Kulissen geblickt. Aber so zogen wir spontan wieder zurück in Richtung Norden nach Cullera und erlebten hier noch ein paar sonnige Stunden am Strand. Auch nicht schlecht.

Cullera ist vermutlich in den 80er’n – 90er’n stehen geblieben. Zumindest wirkt die Stadt etwas runtergekommen, aber touristisch. Überall stehen Hotels und Hochhäuser entlang der Strandpromenade. Aber irgendwie altbacken. Nicht schön.

Das machte uns aber herzlich wenig aus. Bis auf ein paar weitere Familien war der Strand am Weihnachtstag so gut wie leer. So konnten wir ein paar gemütliche Stunden abseits des Massentourismus‘ verbringen. Anschließend gab es Pizza beim noch einzig geöffneten Dönerladen der Stadt. Siesta. Wie immer.

Aber Ketchup auf Pizza muss wirklich nicht sein.

¡Vaya una sorpresa!

Puuuh, gleich rund 15 Grad kälter, als ich es gewohnt bin. Für diese eisigen Temperaturen bin ich nicht gut gewappnet. Ich wusste ja, dass es kälter wird, aber meine ganze Winterkleidung habe ich in Deutschland gelassen.

Und genau da bin ich jetzt. In Hannover. Ich stehe vor der Tür meiner Schwester und keiner macht auf. Was für ein pech! Aber kein Wunder, damit musste ich rechnen. Denn bis auf meinen Vater und ein paar Freundinnen, hatte ich niemanden in meinen kurzen Spontanbesuch eingeweiht.

Leonie ist gerade noch zum Frühstücken bei einer Freundin und danach noch für ihren Geburtstagskaffeeklatsch einkaufen. Ja gut…

Nach gut einer halben Stunde Aufenthalt im Treppenhaus, fange ich an mir ein kleines Workout zu überlegen, damit ich nicht komplett erfriere. Ich laufe die Treppen rauf und runter, nutze die tiefgelegene Fensterbank als Stufe für mein Stepaerobic-Programm und suche schon mal den passenden spanisch-deutschen Geburtstagssong bei Spotify raus.

Nach weiteren 1 1/2 Stunden ist es soweit. Durch das Fenster im Treppenhaus sehe ich, wie sie das Auto parkt. Ich bereite alles für den richtigen Moment vor und spiele den Geburtstagssong ab, als sie ins Treppenhaus kommt. Von unten aus höre ich schon, wie sie fragt „ohh, wer ist denn da ins Treppenhaus eingebrochen?“ oder „ist wahrscheinlich ein Nachbar“. Als sie oben angekommen ist, dauert es einige Sekunden bis sie realisiert, wer da oben an der Tür auf sie wartet.

Den einzigen Wunsch, den sie mir gegenüber geäußert hatte, ist in Erfüllung gegangen. Doch damit hatte sie nun wohl nicht gerechnet..

Cartagena y Murcia

Endlich gibt es wieder was zu feiern in Valencia! Freitag ist Allerheiligen und das bedeutet für uns spanische Einwohner*innen:

Hoch die Hände Wochenende!!!

Wir hatten überlegt, spontan nach Madrid zu fahren, aber die Preise für Unterkünfte in Madrid sind für dieses Wochenende einfach zu hoch, außerdem sollte es das Wochenende über in Madrid regnen. An der Mittelmeerküste hingegen sollte es beständig bleiben. Also haben wir uns gesagt, gut dann bleiben wir in Valencia und lassen uns einfach hier verwöhnen. Wie wär’s denn alternativ mit einem Spa- und Wellnesstag?

Gesagt, getan. Doch in unseren Recherchearbeiten nach geeigneten Spots in Valencia sind wir nicht wirklich fündig geworden. Bzw. wir waren einfach schlichtweg überfordert mit dem Angebot. Wie geht man so eine Suche an? Wählt man einfach ein Hotel, einen Massagesalon oder ein Schwimmbad und bekommt so spontan auch noch einen Termin? In der Regel bucht man diesen ja schon 2 Wochen vorher. Naja, das war uns dann doch zu heikel.

Im Endeffekt haben wir uns dann doch dagegen entschieden. Doch gar nichts tun, ist an diesem Wochenende auch nicht drin. Man bekommt ja nicht alle Tage einen Feiertag geschenkt. Vielleicht wäre es doch einfacher wegzufahren, ein Hotel zu buchen und ein bisschen neue Mittelmeerluft zu schnuppern. Auf meiner Bucketlist sind die meisten Häkchen ja schon gesetzt, aber in Murcia hab ich bislang noch keine Buñuelos gegessen. Das wäre die perfekte Gelegenheit!

Also nichts wie los!

So richtig viel Auswahl gab es bei booking.com natürlich nicht mehr, aber wir haben dann doch noch eine ganz schöne Bleibe gefunden. Eingecheckt haben wir im Golf- und Spa Resort Las Lomas Village. Das Hotel liegt etwas außerhalb in den Bergen, in der Nähe des Mar Menor, etwa 45 km von Murcia entfernt. Ja gut.. kann man mal machen.

Letztlich haben wir also genau das bekommen, was wir gesucht haben. Ein bisschen Rauskommen aus dem Alltag, ein bisschen Spa und Wellness und ein bisschen Entspannung. Die Auszeit hier tut uns unglaublich gut.

Neben der kleinen Entspannungseinheit haben wir uns auch noch die Städte Cartagena und Murcia angeschaut.

Cartagena

Als erstes haben wir am Freitag Nachmittag Cartagena besucht. Ein schmuckes Städtchen mit historischem Altstadtkern und einem römischen Amphittheater mitten im Stadtzentrum. Für einen Tag genau das Richtige. Hier trafen zwei extreme Baustile aufeinander. Zum einen der historische Altstadtkern und auf der anderen Seite der moderne Hafen. Die Stadt hat uns gut gefallen. Im November ist es hier mittlerweile sehr ruhig und angenehm entspannt. Das Klima liegt immernoch bei angenehmen 26 Grad. Peter hat sich sogar noch getraut ins Meer zu gehen. Für meinen Geschmack war es dann doch schon etwas zu kalt..

Gar keine schlechte Idee!

Den Samstag haben wir dann in unserer Hotelanlage verbracht. Morgens bei Luigi frühstücken, die Aussicht ins Tal genießen und ab an den Pool die Füße hochlegen. Gegen Nachmittag haben wir es uns dann bei Jazmin gut gehen lassen. Am Abend sind wir dann doch nochmal raus ans Mar Menor, eine Salzwasser-Lagune, die nur durch einen schmalen Streifen vom Mittelmeer getrennt ist. Hier waren wir nur kurz einkaufen, haben den Sonnenuntergang genossen und sind dann schnell wieder zurück ins Hotelparadies, um zu kochen. Ja so lässt es sich doch aushalten!

Murcia

Sonntag haben wir schon um 10 Uhr ausgecheckt, damit wir noch möglichst viel von Murcia sehen können.

Nach gut einer Stunde Fahrt sind wir in dem knapp 450.000 Seelenstädtchen Murcia angekommen. Zuerst sind wir am Flussbett über den (vermutlich) wöchentlichen Sonntagsflohmarkt geschlendert und haben in den schönen alten Büchern und Schallplatten geschmökert.

Unser eigentliches Ziel heute ist: Der Buñuelosstand „La Terrazza“ direkt am Plaza del Cardenal Belluga.
Mmmhmmhmm.. Buñuelos!!
Wenn ich nur daran denke, läuft mir schon wieder das Wasser im Mund zusammen. Allein dafür ist es die Reise nach Murcia wert! Aber die Stadt hat neben den leckeren kleinen Köstlichkeiten noch mehr zu bieten.

Ein absolutes Highlight ist die Kathedrale der Stadt, sowohl von außen als auch von innen. Sonntags mittags findet hier ein katholischer Gottesdienst statt. Für mich war es ein bisschen befremdlich, dass die Kathedrale neben dem Gottesdienst weiterhin Durchgangsverkehr und Führungen zuließ. Das machte es irgendwie extrem unruhig und ich fühlte mich etwas fehl am Platz oder als besser gesagt ich empfand mich eher als Störenfried. Aber die Kathedrale an sich ist super interessant. Innerhalb der Kathedrale gibt es nochmal einzelne Kapellen, die von unterschiedlichen Konstrukteuren erbaut wurden. Dementsprechend sind hier unterschiedliche Baustile vereint worden, die der Kathedrale etwas einzigartiges geben.

Weiter geht es in das Casino Royal, an dem ebenfalls unterschiedliche Architekt*innen mitgewirkt haben. Für 5€ pro Person erzählt ein Audioguide die Entstehungsgeschichte des Casinos. Der Eingangsbereich des Casinos ist der arabisch angehauchten Alhambra in Granada nachempfunden. Außerdem gibt es ein Tanzsaal, ein Herrensalon, eine Bibliothek, eine englische Teestube, ein Musikzimmer und eine Lounge. Wer hier Mitglied ist, hat die Möglichkeit im alten Salon Billard zu spielen, oder in der Bibliothek Platz zu nehmen. Das Konzept habe ich noch nicht ganz durchblickt, aber so wie es aussah, wird es genutzt und es gibt tatsächlich Menschen, die hier Mitglied sind. Ansonsten war auch hier eher Durchgangsverkehr. Ein nächstes Mal müsste ich hier allerdings nicht herkommen. Wir waren schon nach gefühlten 10 Minuten wieder durch.

Buñuelos

Anschließend sind wir zu dem heißersehnten Buñuelosstand. Also wieder zurück zur Kathedrale. Peter hatte im Vorfeld schon immer davon geschwärmt, da er letztes Jahr schon einmal hier gewesen ist. Und er hatte nicht zu viel versprochen. Die Buñuelos waren der absolute Wahnsinn! (Papa da kann auch dein Schmalzkuchen wieder einpacken…). Die kleinen runden Teigwaren erinnern an Krapfen, sind aber wesentlich fluffiger und saftiger. Oftmals werden sie aus Kürbis zubereitet und ähnlich wie bei Churros zur heißen Schokolade serviert. In unserem Fall hatten sie aber keine besondere Geschmacksrichtung. Sie waren einfach nur süß und saftig. Wirklich lecker. Vielleicht mein nächstes Kochrezept?

Damit neigt sich auch unsere Reise schon wieder dem Ende und wir fahren wohl genährt und gut erholt wieder zurück nach Hause.

2 Tage an der Costa Blanca

Dieses Wochenende zog es Peter und mich in den Süden an die Costa Blanca. An 2 Tagen besuchten wir verschiedene Orte und Städte.

Tag 1 Dénia y Altea

Peter und ich sind am Samstag erst recht spät losgekommen, da wir am am Morgen noch Besuch vom Handwerker hatten. Pünktlich zur Mittagssonne sind wir in Dénia angekommen, einer unglaublich schönen Küstenstadt, die auf jeden fall (noch) einen Besuch wert ist! Wenn ich Spanien in Worten beschreiben müsste, dann würde ich mir dabei Dénia vorstellen.
Mediterrane Häuser, die an Bergen und Klippen gelegen sind und dabei den Blick auf das Meer genießen.

Doch unser heutiges Ziel ist nicht die Stadt Dénia, sondern die etwas außerhalb gelegene Cova Tallada. Ab hier wird es sportlich. Denn um in die Höhle zu gelangen, muss man erst ein paar Höhenmeter hinter sich bringen und diese dann auch wieder heil runterkommen. Während ich mich auf dem Hinweg immer stets an die dafür vorgesehenen Gehwege halte, ist Peter etwas pragmatischer und geht den direkteren Weg den Berghang hinunter.. (Keine Sorge Judith, ihm ist nichts passiert!)

Für den Weg zur Höhle kann ich nur festes Schuhwerk empfehlen, da der Weg teilweise so runtergetrampelt ist, dass man wirklich leicht wegrutschen kann. Zwischendurch war mir nicht ganz klar, worauf ich mich da eingelassen habe, aber der Weg hat sich definitiv gelohnt. Wenn man erst einmal unten angekommen ist, zahlt sich all die Müh und der Schweiß aus, den man gelassen hat.

Die Höhle ist ein absolutes Highlight unserer Reise. Die Bilder können dabei nur erahnen lassen, wie schön es war. Wir waren zwar nicht die Einzigen in der Höhle, aber es fühlte sich an, wie ein echter Geheimtipp. Danke Markus! Der Rückweg in den Ort Les Rotes verging komischerweise viel schneller, als der Hinweg. Für den Hinweg haben wir sicherlich eine gute Stunde Fußmarsch benötigt und zurück vielleicht 20 Minuten. Wir hatten aber auch echt Durst und waren nicht gut ausgerüstet. Wir wollten einfach möglichst wenig mitschleppen. Zur Belohnung gab es im Ortslokal für den Herren eine eiskalte Cola, so wie er sie gern hat.

Am frühen Abend geht es für uns weiter nach Altea. Unterwegs suchen wir uns über booking.com ein Hotel. Da in Altea direkt keine Zimmer mehr frei sind, fahren wir in den nächsten Ort nach El Albir. Es macht den Anschein, als sei dieser Ort nur für den Tourismus erbaut worden, denn hier reiht sich ein Hotel an das Nächste.

Nachdem wir unser Zimmer bezogen haben, zieht es uns zurück nach Altea. Am Abend schlendern wir durch die weißen Gassen der Altstadt und suchen uns ein Lokal mit Terrasse. Wie sich herausstellt, sind wir nicht die Einzigen, die am Abend auf der Suche nach einem Terrassenplätzchen sind. Doch mit etwas Glück und spontaner Unterstützung durch den netten Kellner bekommen wir einen Tisch zugewiesen. Damit ist Altea ein super schöner Abschluss eines rundum gelungenen Tages.

Tag 2 Calpe y Las Fuentes del Algar

Da ich gestern Abend nichts mit mir rumtragen wollte, habe ich mir vorgenommen am Sonntag einen kleinen Shoppingbummel durch die kleinen Boutiquen zu machen. Eine Verkäuferin hat uns versichert, dass die Geschäfte auch am Sonntag auf haben. Leider stehen wir um 11 Uhr noch vor verschlossenen Türen und es ist weit und breit keine Menschenseele zu sehen.

Also ziehen wir weiter in das nächste Domizil nach Calpe, das nur etwa 20 Fahrminuten von Altea entfernt ist. Der eigentliche Plan ist, dass wir den Parque Natural de Penyal D’Ifac besuchen und den Felsen erklimmen, aber wir entscheiden uns am Morgen spontan um und lassen es dafür etwas entspannter angehen. Wir legen einen Strand(mit-)tag ein und genießen die Aussicht auf den Felsen heute von unten, damit wir morgen nicht ganz K.O. wieder in die Woche starten.
Hier in Calpe ist der Tourismus deutlich zu spüren. Der Strand ist zwar wesentlich schmaler als in Valencia, aber hier ist doch noch deutlich mehr los.

Am Nachmittag fahren wir weiter zu den nahegelegenen Las Fuentes del Algar, einer Naturbadanlage mit Wasserfällen. Um die Anlage herum gibt es überall Campingmöglichkeiten, dementsprechend war das Naturbad auch echt gut besucht. Der Eintritt in das Naturbad selbst kostet 5€ pro Person. Für den nächstgelegenen Parkplatz bezahlen wir 3€.
Das Wasserfallschauspiel ist super schön, es zieht sich über mehrere Etagen und auf jeder Etage gibt es die Möglichkeit zu baden. Aber Achtung liebe Frostbeulen, die Wassertemperaturen liegen max. bei 18 Grad!

Tipp: An der Touristeninformation (ca. 1 km entfernt) gibt es kostenlose Parkplätze.

Ich merke, dass ich erstmal genug von der Costa Blanca gesehen habe und ich es doch mehr genieße, wenn ich in eher weniger touristische Orte komme. Das ist natürlich in Spanien nicht immer ganz einfach, vor allem nicht in Küstenstädten. Aber an der Costa Blanca wird einem einiges geboten. Es ist möglich innerhalb kürzester Zeit mehrere Städte zu entdecken.

Hätten wir noch einen Tag mehr gehabt, hätten wir noch Benidorm, die Stadt mit den meisten Hochhäusern pro Einwohner*in der Welt und Villajoyosa, mit seinen kunterbunt gestrichenen Häusern besichtigt und das Nachtleben erkundet. Doch so war es für uns ein super schönes und entspanntes Wochenende mit vielen neu gewonnen Eindrücken zur Costa Blanca.

Habt ihr weitere Reiseempfehlungen in Spanien, die ich nicht verpassen sollte? Dann hinterlasst mir gern einen Kommentar.

Die Zeit steht still – La Pobla de Farnals

Peter und ich sind heute Abend vergebens nach Alboraya gefahren, um einen Geburtstagsgutschein zu besorgen. Offensichtlich ist es hier nicht üblich Gutscheine auszustellen oder zu verschenken, denn die Verkäufer*innen wussten nichts mit den üblichen Begriffen „Vale“ oder „Coupón“, was übersetzt Gutschein bedeutet, anzufangen. Damit wir das Auto nicht umsonst in Gang gesetzt haben, sind wir spontan weiter gefahren in ein kleines Örtchen Namens La Pobla de Farnals.


Diese kleine Gemeinde ca. 10 Fahrminuten von Valencia entfernt, ist umgeben von verlassenen Lokalen und 80er Jahre-Hotel-Wolkenkratzern, die seitdem scheinbar nicht mehr renoviert worden sind. Doch das Dorf hatte trotzdem einen gewissen Charme, das Ruhe und Gelassenheit ausstrahlte. Der Strand super schön und sauber, erstreckte sich bis ins nächste Dorf El Puig. Wassersportler*innen und Seefahrende haben hier die Möglichkeit JetSki zu fahren, zu surfen und ihre Yacht zu parken. Generell wirkte es hier weniger touristisch und überlaufen, als am Strand von Valencia. Also wer dem Trubel der Stadt aus dem Weg gehen möchte, der*die kommt hier auf seine Kosten.

1 Tag in Alicante

Gestern haben wir unsere 7 Sachen gepackt und sind morgens um 10 Uhr aus dem regnerischen Valencia geflüchtet. In Alicante sollte es laut Wetterbericht sonnig bleiben, deshalb entschieden wir uns den Tag doch außerhalb zu verbringen. Von Valencia nach Alicante sind es etwa 2 Stunden Autofahrt.

Dort angekommen haben wir uns unten an der Hafenpromenade erstmal ein typisch spanisches Frühstück mit Tostada de Tomate Rollado gegönnt, bevor wir loslegen wollten. Alicante ist super schön und perfekt für einen Tagesausflug. Da die Stadt relativ klein ist und nicht allzu viele Sehenswürdigkeiten bietet, schafft man es locker in 8 Stunden die wichtigsten Highlights abzuklappern. Am Hafen angefangen, sind wir den Strand entlang, dann über die Altstadt Santa Cruz hoch zum Castillo de Santa Barbara gewandert.

Auf halber Strecke in Santa Cruz haben wir uns noch fix eine kleine Abkühlung in Form einer Cola genehmigt. Die Altstadt von Alicante ist unglaublich schön und sehr empfehlenswert. Hier gibt es überall enge verwinkelte Gassen mit bunten Häusern, die mit typisch spanisch/portugiesischen Keramikfliesen oder Blumentöpfen verziert sind. Santa Cruz ist auf jeden Fall eine der schönsten Ecken, die ich bislang kennen gelernt habe.

Doch unser eigentliches Hauptziel war es den Berg zu erklimmen, um vom höchsten Punkt aus – der Burg Santa Barbara, die ganze Stadt zu überblicken. Ist man erst einmal oben angekommen, wird man mit einer Wahnsinnsaussicht belohnt. Versprochen! Wir hatten leider gestern etwas Pech, als wir oben angekommen sind, weil es sich gegen Nachmittag schon etwas zugezogen hatte, dennoch war die Aussicht mega.

Auf den Fotos könnt ihr euch einen Eindruck verschaffen, doch diese geben bei weitem nicht die Stimmung wieder, die diese Stadt auf mich hatte. Zum krönenden Abschluss gab es bei einer kleinen Livesession einer Gruppe Engländer mit alten Beatlessongs eine Pizza Primavera und ein Eis am Plaza Abad Penalva. Alicante wir kommen wieder!

Mirador de Garbí

Zusammen mit den neuen Kolleg*innen machen wir einen Ausflug mit anschließendem Paella-Essen. Dabei haben die Kolleg*innen aus Kindergarten und Schule die Möglichkeit sich auszutauschen, da es im laufenden Schulbetrieb eher selten der Fall ist, dass man sich über den Weg läuft. Unser Ziel ist der Mirador Garbi – eine Aussichtsplattform in den Bergen Serras, von der aus man bis zum Meer blicken kann. Meine absolute Empfehlung, falls es euch mal nach Valencia verschlagen sollte!
Die anschließende Paella in der nahegelegenen Lokalität hingegen war leider ein glatter Reinfall (SCHWARZE HAARE IN DER PAELLA)!!

Cueva de Turche y Requena

Gleich am Morgen, nachdem das Frühstück prepariert wurde, geht es los auf Höhlenerkundungstour. Unser erstes Ziel ist Buñol. Nein, nicht zur jährlichen Tomatina, bei der wild mit Tomaten um sich geschmissen wird, sondern zur Cueva de Turche. Wir waren bereits im März schon einmal hier. Hier konnte man hervorragend picknicken und den Wasserfall beobachten. Diesen Geheimtipp wollten wir unserem polnischen Gast nicht vorenthalten. Doch wie wir schnell feststellten, war die Höhle im Sommer kein Geheimtipp mehr, denn es war rappelvoll.

So mussten wir also auf die gemütlichen naturbelassenen Sandsteinbänke ausweichen und unser Frühstück vom Boden essen. Von Buñol aus ging es dann weiter in die nächste Höhle nach Requena. Hier erproben wir unsere Handstandkünste.