Wow, der Juli in Valencia ist komplett an mir vorbeigezogen. Rückblickend betrachtet kann ich sagen: Es hat sich definitiv gelohnt noch einmal hinzufahren!
Seit Anfang Juni war klar, dass wir ab Juli wieder nach Spanien einreisen dürfen. Da ich übergangsweise bei Lidl jobbe, musste ich vorab klären, ob ich überhaupt schon Urlaub nehmen darf. Doch das war letztlich gar kein Problem und so hieß es für uns am 02. Juli leere Koffer einpacken und los geht’s!
Effektiv blieben uns noch 28 Tage Aufenthalt in Valencia. Die mussten gut genutzt werden, denn ich hatte noch einiges auf meiner To-Do Liste abzuarbeiten. Naja, es sollte kein Kampf werden die Punkte krampfhaft abzuhaken, aber ein-, zwei Punkte sollten sich auch mit wenig Aufwand realisieren lassen.
Jávea
In erster Linie sollten es aber entspannte Tage werden, in denen wir uns gemütlich an den Strand legen, Sangrias schlürfen und die Seele baumeln lassen. Ein letztes Mal, bevor der Arbeitsalltag in Deutschland wieder losgeht.
Einige meiner Kolleginnen und Kollegen aus der Schule waren ebenfalls angereist um ihre Zimmer aufzulösen. Das machte den Aufenthalt in diesem Sommer nochmal besonders für mich. Denn wir hingen beinahe jeden Tag zusammen, ob am Strand in Javea oder zuhause. Wir aßen gemeinsam, verbrachten die Abende bei Caipi, Agua de Valencia oder Coke Zero im Alta Seis und spielten Schwimmen. Wir vermissten uns, sobald wir uns mal einen Tag nicht sahen. Erstaunlich, dass sich diese Konstellation nicht schon früher zusammen gefunden hat.
Die letzten Tage waren unglaublich schön. Wir haben spanischsprechenden Anhang gefunden und konnten endlich mal wieder an unserem schlechten Spanisch anknüpfen.
Ich schätze, rückblickend betrachtet, bin ich nie richtig in Valencia angekommen, geschuldet durch meine sprachliche Unsicherheit. Doch im letzten Monat wollte ich nicht, dass der Sommer jetzt schon wieder endet. Jetzt wo man gerade so richtig angekommen war.
Sangria
In Spanien gibt es im Sommer neben dem Tinto de Verano kein besseres (alkoholisches) Kaltgetränk als einen fruchtig-eisgekühlten Sangria. Diesen gibt es hier quasi günstig an jeder Ecke aus dem Tetrapack oder mit Früchten frisch zubereitet im Restaurant oder der Bar.
Wo genau liegt eigentlich der Unterschied zum Tinto de Verano?
Die beiden Kaltgetränke sind beide auf Basis von Vino Tinto (Rotwein). Während dem Tinto de Verano einfach nur Gaseosa (Limonade) zugefügt wird, werden dem Sangria noch frisches Obst, Gaseosa (eine Art Zitronenlimonade), ein Schuss Brandy oder Likör, eine Prise Zimt und etwas Sprudelwasser hinzugegeben. Beide Getränke werden abschließend auf Eis serviert.
Damit der Sangria richtig schön fruchtig wird, lässt man ihn über mehrere Stunden im Kühlschrank ziehen. Wichtig ist, dass ihr die Zitronenlimo und das Sprudelwasser erst nach dem Kühlen hinzufügt, damit die Kohlensäure nicht verloren geht.
Zutaten
1 l Rotwein
2 cl Cointreau (Brandy, Likör oder Zeug, das knallt)
330 ml Gaseosa (Zitronenlimo)
100 ml Sprudelwasser
1 Zitrone
1 Apfel
2 Orangen
2 Pfirsiche
60 g Zucker
1 Prise Zimt
Eiswürfel (nach belieben)
Zubereitung
Schritt 1: Als erstes wird das Obst in mundgerechte Stücke geschnitten und in eine Schale gegeben. Anschließend wird die Zitrone halbiert. Eine Hälfte wird gepresst, der daraus resultierende Zitronensaft wird über den Obstsalat gegeben. Die andere Hälfte wird in Scheiben geschnitten und dem Obstsalat untergemengt.
Schritt 2: Als Nächstes gebt ihr die alkoholischen Zutaten hinzu. Bei dem Rotwein müsst ihr nicht weiter beachten. Es eignet sich letztlich jeder Fusel für Sangria. Wer es gern noch fruchtiger mag, kann ein Glas Orangensaft unterrühren. Anschließend rührt ihr den Zucker unter, damit das Ganze auch schön süß wird und ordentlich in den Kopf steigt.
Schritt 3: Jetzt heißt es warten. Die Rotwein-Obstsalat-Mischung muss jetzt für einige Stunden in den Kühlschrank.
Schritt 4: Kurz vor dem Verzehr holt ihr den fast fertigen Sangria aus dem Kühlschrank und gebt noch Eiswürfel, Limonade und Sprudelwasser hinzu. Jetzt noch einmal gut umrühren und auf Gläser verteilen.
¡Arriba, abajo, al centro, adentro!
Wassersport am Playa de las Arenas
Wir haben es uns ewig vorgenommen, sind aber immer wieder darüber hinweg gekommen. Jetzt wo wir wieder da sind, haben wir uns vorgenommen, so viele Punkte wie möglich abzuhaken, die noch auf der Agenda steht. Und bei mir ganz oben auf der Prioritätenliste stand Wassersport.
Anfang der Woche haben wir uns schlau gemacht, wo in Valencia Wassersport angeboten wird, denn am Strand direkt findet man keinerlei Stände für Bananenbootstouren oder Jetskifahrten oder Ähnliches.
Etwas versteckt hinter dem Marina Beach Club, kurz vor dem Yachthafen reiht sich aber ein Wassersportcontainer an den nächsten. Hier wird euch alles geboten, was euer Wassersportherz begehrt. Über Kayaktouren, Segeltörns auf Katamaranen, Jetskifahrten, Wind- und Kitesurfen, als auch Stand Up Paddling Kurse und Tauchlehrgänge. Wer es etwas wilder mag, kann etwas außerhalb von Valencia im bergigen Montanejos sogar wildwasser-raften. (Klingt fast so, als sei das mein nächstes Ausflugsziel..)
Aber wir haben uns erstmal nach einer 3-monatigen sportlichen Coronapause für etwas leichtere Kost – dem Stand Up Paddling – entschieden und uns für gestern Abend einen Termin geben lassen. Ich kann schon mal verraten, es hat mega viel Spaß gemacht und es ist sicher nicht das letzte Mal, dass ich auf dem Bord stand.
Für 15 Euro haben wir uns bei Anywhere Watersports ein SUP Board für eine Stunde ausgeliehen und sind damit zum etwa 5 min. entfernt liegenden Playa de las Arenas getigert, wo schon weitere Wassersportler*innen auf uns warteten. (Wer mag, kann sich für weitere 5 Euro einen Neoprenanzug ausleihen. Da wir aber nicht weit auf’s Meer rausgepaddelt sind, war dieser für uns nicht nötig).
Der Wasserbereich am Playa de las Arenas ist extra für Wassersport abgetrennt, sodass man anliegenden Badegästen auch wirklich nicht in die Quere kommen kann und alle heil und unversehrt davon kommen.
Meine ersten Versuche auf dem Board waren zum Scheitern verurteilt. Mein ganzer Körper hat gezittert. Die Beine waren aus Gummi und jedes Mal, wenn ich das Paddel auf die andere Seiten wechseln wollte, lag ich eigentlich auch schon wieder im Wasser. Aber hey, solange dein*e Partner*in genauso häufig im Wasser liegt wie du, macht das gar nichts.
Nach etwa einer halben Stunde und dem hundertsten Wiederaufstieg hatten wir allmählich den Dreh raus und konnten uns auch Mal über 5 Sekunden auf dem Board halten.
Mein persönliches Fazit: Ich kann es wirklich nur empfehlen. Es hat super viel Spaß gemacht. Für den Anfang ist eine Stunde vielleicht ausreichend, weil es anstrengend wird, sich ständig immer wieder auf das Board hochzuziehen. Aber ich wäre gern noch etwas länger gepaddelt, gerade weil ich dann nach einer halben Stunde das Gleichgewicht ganz gut halten konnte. Beim nächsten Mal würde ich deshalb mindestens nochmal um eine halbe Stunde oder Stunde verlängern.
Estamos de vuelta
Hola Amigos, ¿que tal todo?
Das spanische la vida loca hat uns endlich wieder! Zumindest kurzzeitig. Am Ende des Monats heißt es für uns erstmal endgültig Adiós Valencia, nos vemos pronto!
Wir gehen zurück nach Deutschland mit neuen beruflichen Perspektiven. Während ich mein Anerkennungsjahr nochmal von vorne beginne, startet Peter ins Umwelt- und Naturschutzstudium.
3 1/2 Monate nun saßen Peter und ich in Deutschland fest und warteten darauf, dass wir wieder zurück nach Spanien konnten. Dadurch, dass wir beide weiterhin in Deutschland gemeldet sind, konnten wir erst wieder einreisen, als europaweit die Grenzen geöffnet wurden. Insbesondere Spanien hatte von Anfang an damit gehadert die Grenzen schon im Sommer wieder zu öffnen, denn Spanien war von der Coronakrise besonders doll betroffen.
Wiedererwartend zog Spanien bereits im Juli mit anderen europäischen Ländern mit und öffnete seine Grenzen. Das war unser Zeichen. Wir brachen unsere heimischen Zelte wieder ab und packten nur das Nötigste ein, mit der weisen Voraussicht, dass wir auf der Rückfahrt einiges wieder mitnehmen mussten. Am 02. Juli ging es für uns (nach getaner Arbeit) wieder los.
Auf der Hinfahrt noch von Sorgen geplagt, ob die Wohnung noch steht, der Kühlschrank schon lebt, die Pflanzen bereits völlig verdorrt sind oder sich schon jemand anderes häuslich eingerichtet hat, verspürten wir beim Übertreten der Türschwelle pure Erleichterung. Es war tatsächlich alles so, wie wir es damals fluchtartig hinterlassen hatten. Bis auf den eingegangenen Brokkoli im Kühlschrank und der vor sich hin vegetierende Oleander, haben es doch alle Pflanzen ganz gut überstanden.
Plaza de la Reina
Weniger gut überstanden haben unsere Pommesfreunde am Plaza de la Reina und unser Lieblingsitaliener Come al Solito in La Vega Baixa. Beide Lokalitäten sind aufgrund der Coronakrise nach wie vor zu bzw. stehen zum Verkauf. Das ist wirklich bitter!
Anders als in Deutschland wurde in Spanien eine Ausgangssperre über 50 Tage verhängt. Viele Gastronomen und Händler*innen konnten dem nicht dauerhaft Stand halten und mussten gezwungenermaßen schließen. Auch das Verhalten vieler Spanier*innen ist noch viel vorsichtiger als in Deutschland.
Während in Deutschland größere Ansammlungen in Cafés oder Parks schon wieder Alltag sind, sind die Innenstadt, Straßen und Parkanlagen in Valencia noch wenig gut besucht. So leer habe ich Valencia noch nie erlebt. Ein wirklich entspannter Beigeschmack der Coronakrise.
Ciutat Vella
Ciutat Vella
Turia
Ganz anders sieht es aus an den Stränden. Am Sonntag besuchten wir den Strand El Saler, der etwa 10 Fahrminuten außerhalb von Valencia lag. Der Strand, der eigentlich eine ruhige Alternative zum überlaufenen Pendant Malvarrosa ist, war übersät von Autokolonnen.
Etwas weiter außerhalb am Strand Platja de la Devesa del Saler haben wir dann doch noch ein ruhiges Plätzchen samt Parkplatz gefunden, aber jetzt weiß man auch, wo sich all die Leute aus der Stadt aufhalten. Definitiv am Strand.
Die nächsten Tage werden wir nutzen, um unsere Wohnung ein bisschen auf Vordermann zu bringen und schon mal grob zusammen zu packen. Es ist echt erstaunlich, wie viel sich innerhalb eines Jahres so ansammeln kann. Außerdem wollen wir noch ein paar Punkte der To-Do Liste abhaken. Ich bin gespannt, wie viele wir zum Ende des Monats noch schaffen können.
Trotz all der Umstände und der neuen Gegebenheiten ist es schön wieder hier zu sein. Wir werden die letzten Sonnentage in unserer spanischen Heimat nochmal bei Sangria und Paella genießen und hoffentlich etwas zur Ruhe kommen.
Ganz liebe Grüße und bleibt gesund!
Et kütt wie et kütt
Seit gestern ist es offiziell. Das Anerkennungsjahr in Valencia ist vorbei. Aus diversen Gründen habe ich mich dazu entschlossen es vorzeitig zu beenden und hier neu durchzustarten.
Da die Chance immer geringer wurde in den valencianischen Kindergartenalltag zurückzukehren, habe ich mich dazu entschieden mich hier vor Ort auf Jobsuche zu begeben und den Job in Valencia an den Nagel zu hängen.
Italien hat das Schuljahr 19/20 nun für beendet erklärt. Die italienischen Schüler*innen starten erst im September ins neue Schuljahr. Spanien hat sich bis dato noch nicht dazu geäußert, aber meine Kolleg*innen in Valencia gehen ebenfalls davon aus, dass die Kindergärten und Schulen bis zu den Sommerferien geschlossen bleiben.
Damit die Beziehung zu den Kids aufrechterhalten bleibt, führt die Einrichtung täglich Videogespräche mit den Kindern. Mit einfachen Basteleien oder Bewegungsangeboten sollen die Kinder gruppenweise 20 Minuten am Tag „beschäftigt“ werden.
An dieser Stelle haben sich Zweifel breit gemacht. Klar vermisse ich die Kinder und klar muss der Kontakt zu den Kinden aufrecht erhalten bleiben.
Aber wie sinnvoll ist es für mich als Lernende?Was erwarte ich von meinem Anerkennungsjahr und von meiner Einrichtung?
Da ich in Deutschland so oder so noch ein halbes Jahr Anerkennung machen muss, habe ich entschieden, die fehlenden zwei Monate einfach anzuhängen oder je nach Erfolgsquote des verkürzten Anerkennungszeitraums noch einmal von vorn anzufangen.
Bis dahin heißt es:
Daumen drücken und Ohren steif halten!
Quarantäne Tagebuch II
Seit dem Auf- oder Ausbruch aus Spanien sind bereits knapp 3 Wochen vergangen. Vor 18 Tagen kamen wir zurück nach Deutschland und sind seitdem bei unseren Familien untergebracht.
Die erste Woche habe ich bei Peter’s Familie im idyllischen Celle verbracht. Sie leben etwas abseits vom Stadtzentrum, an Wald und Feld gelegen. Hier habe ich genügend Möglichkeiten für lange Spaziergänge, ohne direkt jemandem zu begegnen. Doch nach einer Woche packte mich die Sehnsucht nach meiner eigenen Familie. Also habe ich nochmal alle sieben Sachen zusammengepackt und bin bei meiner Schwester eingezogen.
Heimat
Hier bin ich nun. Kuschel jeden Tag mit dem Baby, versuche meine 10.000 Schritte am Tag einzuhalten, ein Serienmarathon jagt den nächsten, zusätzlich fühle ich mich bereits 10 Kilo schwerer. In Hannover sind die Straßen im Vergleich wesentlich belebter. Jetzt, wo die Tage wieder schöner werden, tummeln sich in den Herrenhäuser Gärten Menschenmengen, die das schöne Wetter ausnutzen. Polizist*innen vor Ort achten darauf, dass der Mindestabstand von 1,5 m eingehalten wird und kontrollieren, dass sich keine Gruppen bilden.
Schon komisch, wenn man seit Langem mal wieder in der Heimat ist, all seine Freunde um sich hat und doch niemanden sehen kann. Auf der einen Seite ist es beruhigend, da man nicht den Druck hat, alle sehen zu müssen und auf der anderen Seite möchte man aber alle wiedersehen, mit ihnen über die vergangenen Monate sprechen und da anknüpfen, wo man aufgehört hat. Dank Videotelefonie kann mit dem natürlich entgegenwirken. Trotzdem ist es nicht ganz das Selbe. Da geh‘ ich lieber mit den Mädels im schönen Nordstadtviertel einen Cappo trinken.
Die Zeit ist echt etwas besonderes. So schwer es mir fällt die Füße still zu halten, so entschleunigend und beruhigend ist diese Zeit. Ich hab endlich mal Zeit für Dinge, auf die ich sonst keinen Bock habe. Staub wischen, abwaschen, puzzeln oder Fenster putzen… Ich freue mich darüber einfach nichts tun zu müssen und den Tag so gestalten zu können, wonach mir gerade ist und das umgeben von und zusammen mit meinen Liebsten.
Ein paar Dinge, die ich in Coronazeiten bislang geschafft habe:
Haare geschnitten
3 Staffeln Las Chicas del Cable durchgesuchtet
Online Shopping
Spaziergänge
Grillsaison gestartet
Doppelkopf gewonnen
Steine im Garten ausgebuddelt
örtlichen Bäcker besucht
Handstand geübt
am Blog gewerkelt
Fliegen gefangen
Presets bearbeitet
Falls ihr noch alte Puzzle habt, die ihr loswerden wollt – immer her damit!
gepuzzelt
Liegestütze
Baby zum Lachen gebracht
Home Office
„angefangen“ Bewerbungen zu schreiben
Nachrichten verfolgt
Schokolade inhaliert
Baby gebadet
Frische Hefe verzweifelt gesucht und gefunden
ausgemistet & aufgeräumt
Untermietvertrag aktualisiert
Nachsendeantrag gestellt
Care-Paket für Oma zusammengestellt
Balkon eingeweiht
Urlaubsbilder angeguckt
Baby fotografiert
bestes Schwesternfrühstück
Dinge, die ich mir vorgenommen habe:
Konzeption schreiben
Bericht schreiben
Wohnung aufpeppen
Laufen gehen & fit bleiben
Handstand halten (min. 10 Sekunden)
Homeworkout
Ruhe genießen
nicht zu viel nachdenken
Baby Highfive beibringen
Vogelhäuschen bauen
Liebe verteilen
Wie verbringt ihr die Tage Zuhause? Was geht Euch durch den Kopf? Was bewegt Euch in dieser Zeit? Was tut ihr gegen die Langeweile?
Lasst es mich wissen und schreibt mir in die Kommentare!
#stayhome
Pimientos de Padrón
Ich habe Euch heute das womöglich schnellste und einfachste Rezept der Welt rausgesucht. Die Pimientos de Padrón stehen eigentlich bei jedem Tapasabend auf dem Tisch, denn sie sind super schnell zubereitet und mega lecker. Das einzige was du zugeben musst, sind Olivenöl und Meersalz.
Du bekommst diese kleinen grünen Paprikas in jedem gut sortierten Discounter oder Supermarkt, wie Aldi oder Rewe.
Zutaten
Pimientos de Padrón
Meersalz nach Belieben
10 EL Olivenöl
Zubereitung
Die Pimientos werden in einem Topf oder einer Pfanne etwa 5 Minuten frittiert bis sie gut gebräunt und eingefallen sind. Nach dem Frittieren gebe ich sie in ein Papiertuch, um sie von überschüssigem Fett zu befreien. Zu guter Letzt werden sie mit Meersalz gewürzt. Das war’s eigentlich auch schon. Mehr gibt’s nicht zu sagen.
¡Que aproveche!
Celle ist auch ganz nett
Quarantäne Tagebuch
Seit Samstag Abend wurde offiziell eine Ausgangssperre in ganz Spanien verhängt. Das bedeutet, wir dürfen für mind. 15 Tage keinen Fuß mehr vor die Tür setzen, wenn es nicht dringend sein muss. Lediglich der Weg zur Arbeit, zum Arzt oder Apotheke oder zum Supermarkt sind noch genehmigt.
In diesem Beitrag möchte ich meine Gedanken zu meinen aktuellen Gefühlen festhalten und den Entwicklungsverlauf der nächsten 15 Tagen in Quarantäne beschreiben, wie ich den Tag gestalte und wie sich das Virus und die Gesamtsituation in Spanien weiter entwickelt.
Tag 1 – Sonntag, 15. März
Die Sonne scheint. Keine Menschenseele spaziert auf der sonst so belebten Straße Carrer Cavallers. Es herrscht eine eigenartige Stimmung momentan. Peter und ich verfolgen non stop Nachrichten auf sämtlichen Kanälen. Der Langeweile wegen backe ich derweil mein Lieblingsrezept – die weltbesten Zimtschnecken, die es quasi seit 3 Wochen 3 mal die Woche gibt.
Meikel ist noch bis Morgen zu Besuch. Bis dahin wollten die beiden möglichst mit ihrem Projekt voranschreiten, aber so richtig wird das aktuell nichts. Keiner behält mehr einen klaren Kopf. Wer weiß, ob Meikel morgen überhaupt wieder in Deutschland einreisen kann oder ob er doch vorerst hier bleiben muss.
Wäre es klug, wenn wir gleich mitkämen? Bei mir ist es allerdings ungewiss, ob ich schon wieder nach den 15 Tagen Ausgangssperre arbeiten muss. Deshalb müsste ich grundsätzlich in Spanien verweilen. Einmal in Deutschland eingereist, gibt es so schnell keinen Weg mehr zurück.
Tag 2 – Montag, 16. März
Meikel ist soeben abgereist. Sein Flieger geht in einer Stunde zurück nach Frankfurt. In Deutschland wird aktuell darüber diskutiert, ob auch dort die Grenzen dicht gemacht werden sollen. Peter und ich diskutieren weiterhin, ob wir unsere Sachen packen sollten und mit dem Auto nach Deutschland fahren. Dort könnten wir dann die nächsten Wochen bei unseren Familien auscoronan. Die Frage ist nur, kommen wir dann auch wieder rechtzeitig zurück oder bleiben die Grenzen bis auf Weiteres geschlossen?
Ich packe den (der Langeweile wegen) nötig gewordenen Blu-Ray Player aus, den mir meine Eltern zum Geburtstag geschenkt haben, damit ich die Blu-Ray abspielen kann, die sie mir zum Geburtstag geschenkt haben. In Coronazeiten greift man zu besonderen Maßnahmen. Ansonsten hätte ich den Player vermutlich nie ausgepackt. Was soll’s.
Lasset den Serienmarathon beginnen!
Tag 3 – Dienstag, 17. März
Fahren wir oder fahren wir nicht?
Die Nachrichten überschlagen sich von Tag zu Tag mehr. Grenzen werden nun auch in Deutschland dicht gemacht. Nicht-EU-Bürger*innen dürfen nicht mehr nach Europa einreisen. Reisende werden mit Extraflügen in ihre Heimatländer zurückgeholt. Wir entscheiden uns am späten Mittag doch alle sieben Sachen zu packen und loszufahren. Letztlich ist nur das Nötigste wie PC, Laptop, Kleidung, Bücher und Verpflegung eingepackt. Los geht’s!
Erster Stopp: Girona
Wir kommen am Abend bis kurz vor die französische Grenze – nach Girona. Wegen der besonderen Umstände sind wir auf Mautstraßen ausgewichen. So konnten wir insgesamt über fünf Fahrtstunden einsparen. Die Straßen waren wie leer gefegt. In Spanien fahren fast nur noch LKW’s und der Berufsverkehr. Selbst in Barcelona war nicht viel los auf den Straßen.
Gegen 21 Uhr kommen wir im Hotel Costabella an. Hier treffen wir auf einen unglaublich freundlichen Hotelier, der sich problemlos in fünf verschiedenen Sprachen unterhalten kann. Das Hotel ist im Ausnahmezustand, so berichtet er. Er und sein Koch wären heute allein und wenn wir wollten würde der Koch extra noch ein Menü zusammenstellen und dafür den Herd anschmeißen. Welch ein grandioser Service!
Da wir unsere Speisevorräte lieber noch für den nächsten Tag horten wollen, nehmen wir das Angebot dankend an und speisen wie die Götter.
Tag 4 – Mittwoch, 18. März
Girona liegt nur etwa 40 Minuten von der französischen Grenze entfernt. Wir sind heute extra früh aufgestanden, damit wir möglichst zügig durch Frankreich durchkommen. Also haben wir um halb 8 alle Sachen geschnappt und sind los. Das Navi zeigte 8h51Min an bis nach Freiburg. Das ist super wenig. Normalerweise brauchen wir 11 Stunden, wenn wir Frankreich passieren. Naja wenn keine*r raus darf, gibt’s auch nur wenig Verkehr. Umso besser für uns!
An der Grenze angekommen, sah man auf der gegenüberliegenden Seite wie ein hohes Polizeiaufgebot an den Grenzen positioniert wurde und jede*r Einreisende angehalten und befragt wurde. Oha, das kann lustig werden.
Jetzt beschäftigte uns natürlich nur eins..
Schaffen wir’s oder schaffen wir’s nicht? Dürfen wir ansonsten einfach wieder umkehren oder werden wir rausgezogen?
Als die Gendarmerie unser Autokennzeichen schon von Weitem identifizierte, fragte sie uns am heruntergelassenen Fenster, ob wir nach Deschland wollten. Nach einem einfachen JA wurden wir direkt durchgewunken. Ja gut, so einfach kann’s gehen. Peter und ich waren leicht verwirrt, dass es so easy war, aber letztlich doch mega erleichtert, dass wir weiterfahren durften.
In Frankreich selbst lief es ähnlich wie in Spanien sehr ruhig ab. Wir legten auch insgesamt nur 2 Stopps ein, eine Pinkelpause und eine Tankpause. Das Navi zeigte an, dass wir schon gegen 16 Uhr in Freiburg ankommen sollten. Das machte Hoffnung, dass wir auch noch einige Kilometer in Deutschland zurücklegen könnten. Meikel hatte seine Festplatte bei uns liegen lassen, die könnten wir ihm dann zumindest noch in Frankfurt vorbeibringen.
Doch an der deutschen Grenze angekommen, war es doch alles nicht mehr so einfach, wie wir uns das vorgestellt hatten. Sämtliche Grenzübergänge sind aktuell wegen der Grenzkontrollen geschlossen worden. Da dafür Personal abgestellt werden muss, wurden viele Übergänge dicht gemacht und noch einige wenige blieben offen. Hier sammelten sich dann auch die ganzen Einreisefreudigen, die schnellstmöglich noch nach Hause wollten.
Wir passierten dann in Breisach am Rhein die Grenze. Hier wurden wir zumindest nach unseren Ausweisen gefragt, aber auch das war nicht weiter wild. In den Nachrichten hieß es, man bräuchte einen triftigen Einreisegrund. Den hätten wir uns sonst noch spontan zurechtlegen müssen. Aber als Deutsche mit deutschen Kennzeichen hat man immer die Möglichkeit in sein Heimatland einzureisen.
Ein Gefühl von Freiheit liegt in der Luft. Erst der Ausbruch von zu Hause, dann die Fahrt im Auto und jetzt der Weg in die Heimat mit dem Wissen, dass die Auflagen hier noch nicht ganz so streng gehalten werden, wie in den Nachbarländern. Ich darf hier noch spazieren gehen oder mich im Garten austoben. Ich habe genügend Platz und Raum ohne dass mir die Decke auf den Kopf fällt.
Nächster Stopp: Obergeis
Nachdem wir, wie versprochen, nach Frankfurt gefahren sind, um Meikel die Festplatte rumzubringen, ging es für uns noch ein paar Meter weiter. Ich hatte schon mal vorausschauend bei booking.com nach einem Zimmer in der Nähe gesucht. Da es jetzt schon weit nach 16 Uhr war, weil sich unterwegs noch die Motorkontrollleuchte bemerkbar gemacht hatte, mussten wir erstmal eine Werkstatt anfahren und Kühlflüssigkeit nachtanken..
Gegen halb 11 checkten wir dann mit ein paar anfänglichen Schwierigkeiten im Hotel Boardinghouse in Obergeis (im tiefsten Hessen) ein. Das Besondere an diesem Hotel ist, dass hier kein Personal vor Ort sein muss. Alles läuft über einen Check-in Automaten vor der Tür. Über diesen Automaten bekommt man theoretisch ein Zimmer zugeteilt und einen Code für die Türen. Theoretisch.. bei uns hat der Automat halt aufgegeben und den Check-in verweigert.
Aber nachdem wir mehrfach telefonischen Kontakt zur Hotelleitung aufnahmen und die Hotelleitung merkte, dass scheinbar nicht wir die Dummen waren, die den Automaten nicht bedienen konnten, nahm sie alle Daten manuell auf und steckte uns den Code telefonisch (in Coronazeiten grundsätzlich eine gute Check-in Variante, wenn es funktionieren würde, so aber eher semi-geil, wenn man dafür ne halbe Stunde in der Kälte am Automaten rumwerkeln muss).
Tag 5 – Donnerstag, 19. März
Wir wurden allerdings mit einem super schönen Zimmer belohnt, was uns erst so richtig am nächsten Morgen auffiel. Denn jetzt bei Tageslicht hat sich auch der Ausblick vom französischen Balkon so richtig gelohnt.
Bis 10 Uhr mussten wir auschecken. Nachdem wir noch Proviant für unterwegs beim Dorfbäcker besorgt hatten, ging es auch schon direkt weiter Richtung Heimat.
Fazit: Hessen ist mega schön und definitiv nochmal eine Reise wert! Hier könnte man durchaus mal ’ne Mopedtour machen.
Nächster Stopp: Hildesheim
Wir mussten einen kurzen Abstecher nach Hildesheim machen. Denn die Liegestütz-Challenge ruft und wo kann man besser Liegestütze machen, als bei seinem Liegestütz-Rivalen vor der Haustür?
1-2-3-4-5-6-7-8-9-10, mehr sind aktuell noch nicht drin. Aber der Fitnessplan für die kommenden Wochen steht schon, keine Sorge!
Nächster Stopp: Hannover
Endlich daheim!
Ich wusste, dass mein Papa aktuell von zu Hause aus arbeitet. Deshalb steuerten wir direkt das Haus meiner Eltern an. Und da wartete auch schon der Rest der Sippe. Wir hatten unseren Besuch vorher ja nicht angekündigt. Als Papa die Tür öffnete schaute er uns an, als brächten wir die Post. Freude und Überraschung sehen anders aus. Dafür strahlte die Schwester mit Baby auf den Armen über beide Ohren und wollte uns auch gar nicht mehr weiterziehen lassen.
Endstation: Celle
Doch die Endhaltestelle für die nächsten Quarantänewochen ist das Quartier in Celle. Dort wohnen Peter’s Eltern, die bereits in unsere Pläne eingeweiht wurden. Hier finden wir Unterschlupf und genügend Auslauffläche für die kommende Zeit. Wer weiß, wann wir wieder zurück kommen. Aber hier lässt es sich auf jeden Fall aushalten.
Letztlich ist aus diesem Beitrag doch eher eine Fluchtbeschreibung, als ein Gefühls- und Entwicklungsverlauf der Quarantänezeit geworden. Aber es hat sich einfach anders entwickelt, als ursprünglich angedacht.
Im kommenden Beitrag werde ich ggf. nochmal auf die Quarantänezeit im neuen Zuhause zurückkommen.
Bis dahin, fühlt euch gedrückt und bleibt gesund! #stayhome
Corona in Spanien
Viele Valencianos haben am 10. März gebannt vor ihren Fernsehern auf die Verkündung gewartet, ob die Fallas stattfinden dürfen oder abgebrochen werden müssen.
Eine Stadt steht still
Ja gut, es war ja nur noch eine Frage der Zeit, bis die Regierung auch hier alle Großveranstaltungen abblasen lässt und die Schulen und Kindergärten bis auf Weiteres geschlossen werden. Seit gestern Nacht bleiben nun auch alle Bars und Restaurants für die nächsten 15 Tage geschlossen. Einkaufsläden, Ärzte und Apotheken sind weiterhin geöffnet. Die Stadt wirkt wie ausgestorben. Die Straßen sind leer.
Update:
Seit heute Morgen (15.03.20) hat das Land eine Ausgangssperre verhängt und den Notstand verkündet. Niemand darf sich mehr auf den Straßen aufhalten. Wir dürfen maximal einkaufen, zur Arbeit oder zum Arzt gehen. Die Maßnahmen werden im gefühlten Stundentakt drastischer. Wer auf den Straßen erwischt wird, muss eine Geldstrafe zahlen. Die Regierung tut alles, damit das Virus sich nicht weiter verbreitet.
Mittlerweile haben sich die Zahlen der Infizierten in Spanien in den letzten 24 Stunden mehr als verdoppelt. Auch Deutschland macht von nun an die Grenzen dicht.
Auch hier in Valencia bricht allmählich die Massenhysterie aus. Das wird vor allem in den Supermärkten sichtbar. Die Regale sind leer. Weder Klopapier noch Seife oder Desinfektionsmittel sind aktuell erhältlich. Was in Deutschland schon seit zwei Wochen zu beobachten ist, wird jetzt auch hier täglich extremer. Der Wahnsinn. Man liest es sonst nur aus den Nachrichten, man ist letztlich nie selbst betroffen. Zum ersten Mal erlebe ich solch eine Situation am eigenen Leib. Ich merke, dass ich mich allmählich von der Stimmung mitreißen lasse. Ich habe keine Angst davor zu erkranken, eher davor, dass ich nicht weiß, wie es die nächsten Wochen weitergeht und welche Ausmaße das Virus annimmt.
Sach ma, geht’s noch?No tenemos papel higiénico porque tenemos huevos. Denkt mit und verzichtet auf Hamsterkäufe!
Urlaub auf unbestimmte Zeit
Auch im Kindergarten weiß keiner genau, wie es weitergehen wird. Alle bleiben die nächsten Wochen auf Abruf bereit. Normalerweise hätten die Schulen und Kindergärten in Valencia jetzt eh für eine Woche Fallasferien. Aber unter diesem Umständen sind jetzt alle mit einem mulmigen Gefühl verunsichert und planlos in die Ferien gestartet. Wer weiß, wann wir uns das nächste Mal wiedersehen. Offiziell sind die Schulen für die nächsten zwei Wochen geschlossen. Es wird aber inoffiziell davon ausgegangen, dass die Schulen auch anschließend noch geschlossen bleiben und wir uns erst nach Ostern wiedersehen. Vamos a ver.
Und nun?
Auflage ist, dass wir uns die nächsten Wochen von der Menschheit fernhalten und die Ferien möglichst zuhause verbringen. Ich wäre gern nach Deutschland gefahren. Ich hätte die Zeit gern genutzt, um mich intensiver mit der Frage nach meiner nächsten Anerkennungsstelle auseinanderzusetzen und um meinen Abschlussbericht zu schreiben. Die Frage ist aber, komm ich dann auch wieder rechtzeitig raus aus Deutschland? Wer weiß, wann die Grenzen in Deutschland dicht gemacht werden. Auch das ist ja nur noch eine Frage der Zeit.
#YoMeQuedoEnCasa lautet der Hashtag, der gerade auf Instagram kursiert. Bleibt zuhause, lautet die Devise. Steckt euch nicht an und bleibt gesund.
Ich denke, ich komm nicht drum herum. Ich bleib zuhause und schmöker ein wenig in Literatur oder starte die nächsten Serienmarathons.
Auch an euch, bleibt gesund und macht das beste aus der Situation!
Weitere Infos zum Virus
Seriöse Informationen zum Virus erhaltet ihr auf der Seite der World Health Organization: https://www.who.int/
Alle Informationen zum Corona Virus in Valencia und wie damit weiter verfahren wird, erhaltet ihr auf der Seite der Generalitat: https://www.gva.es/va/inicio/presentacion
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